Riesige Flächen unter Transformatoren, Hochspannungsmasten. Leitungen, rund um Gebäude. Hektarweise. Üblicherweise höchstens Gras. Mit ökologisch überflüssigem Mulchschnitt. Ab jetzt Natur. Frisch eingesät im Sommer 2008. Warten wir es ab. Bläulinge, Schwalbenschwänze und vieles mehr. Andere Projekte haben gezeigt, die Natur stört sich an solcher Art Technik nicht.

E.ON goes wild

Einheitsgrün, wir kennen es. Rasen, Rasen, Rasen, mit rasenden Rasenmähern. Und unsinnigen Mengen von zu entsorgendem Grünschnitt. Viel zu häufig, viel zu schade, viel zu viel,  Bislang.  Das trifft auch und gerade für Gewerbe- und Industriegrün zu. Welche Flächenpotentiale hier brach liegen! Bundesweit!

Doch 2008 ist ein Schaltjahr. E.ON, der große Stromkonzern, beginnt umzudenken. Im grünen Bereich. Er produziert Natur unter Strom. In diesem Jahr haben wir mit Hilfe von Kehrer Planung und Wadle Bau zwei Umspannwerke in Bayern mit verschiedenen Wildblumenwiesenmischungen eingesät. 5.560m² und 13.450 m². Zwei Pilotprojekte, für eine naturnahe, lebendige Zukunft, auch unter Strom.

Wir wissen, dass es gehen wird. E.ON wird nicht grün, E.ON wird bunt. E.ON goes wild.

P.S.: Wir werden auf dieser Seite von den Fortschritten berichten. Haben Sie etwas Geduld.... Falls nicht, schauen Sie in mein Buch Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten hinein, da sehen Sie, was Ihnen blühen wird...

Das erste Blütenjahr auf mageren, nährstoffarmen Flächen

Die Einsaaten beginnen sich zu entfalten. Das erste Jahr wird blütenbunt. Die Versuchsfläche in Passau ist nährstoffarm. Das ist kostengünstig, denn es muss nur einmal im Herbst gemäht werden. Das Mähgut wird entfernt. Die branchenübliche Mulchmahd wäre kontraproduktiv. Es flattert und fliegt an unzähligen Blüten. Schmetterlingen, Bienen und Hummeln ist einerlei, wo diese Blüten stehen. Hauptsache, es gibt wieder welche! 

Blumenbunte Wildnis. Karthäusernelke und Nickendes Leimkraut anstelle von früherem grünen Gras.
An anderer Stelle blüht Steppensalbei und verwöhnt unsere Augen...
...oder darf es etwas Nelkenleimkraut sein?
Ja, ich weiß, Sie mögen Blauen Lein schon gerne...
...aber in Wirklichkeit stehen Sie doch auf Königskerzen...
...und freuen sich über Nektar saugende Distelfalter genauso wie...
...über eine wohlgenährte Waldhummel am Salbei.

Das zweite Jahr auf nährstoffarmen Flächen

Die Einsaaten werden jedes Jahr besser. Sehen Sie selbst, wie sich ihr Charakter ausbildet. Wegen der Vielfalt wurden verschiedene Mischungen und Einzelsaatgut verwendet, jede zeigt ihren eigenen Charme.

Der Überblick zeigt Abertausende Blumen...unfassbar...
Kargheit im Boden trägt reichen Flor
Hier ist es plötzlich ganz gelb...
..dafür dort blau-violett...
und hier rosa.

Das dritte Jahr auf nährstoffarmen Flächen

Jahr für Jahr wächst die Schönheit. Inzwischen werden die Ansaaten auch nicht mehr so hoch, was weniger Pflege und Aufwand bedeutet. Das Artenspektrum der verschiedenen Mischungen stabilisiert sich. 

Der Erfolg zeigt sich vielfach und artenreich. Ein erhebender Anblick, blumenmeerig.
Jede Mischung hat ihr eigenes Antlitz.
Der Bewuchs bleibt niedrig, pflegeleicht und gut begehbar.

Das erste Blütenjahr auf nährstoffreichen Flächen

Auch die nährstoffreichen Flächen entwickeln sich gut. Allerdings ist bei den Einsaaten von Etting ein zweimaligen Mähen und die Abfuhr des Mähgutes angesagt. Pflegeleichter und kostengünstiger sind nährstoffarme Ansaaten wie in Passau.

Ein Mosaik verschiedenster Blütenmeere offenbart sich. Kein Wunder. Es wurden auch unterschiedliche Blumenwiesen eingesät. Hier der Blick über einen Wundkleeaspekt.
Woanders bestimmt im Mai Hornklee das Bild...
...oder die Wildform der Esparsette.
Am Rand wachsen ebenfalls Hornklee, gepaart mit Margeriten, wobei...
...Margeriten auch pur oder mit verblühtem Wiesensalbei vorkommen.
Wunderbare Kombinationen: Natternkopf, Nelken, Margeriten und Co...
...und solche Seltenheiten wie Prachtnelken haben endlich einen geschützen Platz gefunden. Fazit des 1. Jahres. Es wird gut!

Das zweite Jahr auf nährstoffreichen Flächen

Die zweimalige Mahd mit Abräumen des Mähgutes macht sich positiv bemerkbar. Die Flächen blühen wie von Zauberhand auf. Doch ist es keine Zauberei, nur ein wenig Knowhow...

Unzählige Karthäusernelken werben für naturnahe Wildblumenwiesen in Industrierevieren. Wer hält dem stand?
Buntheit statt ödem totgemulchtem Rasengrün.
Wie sich Vielfalt buchstabiert. So vielleicht....
...und sogar Einfalt kann schön wirken...
...wobei manchmal eine Pflanze schon reichen würde für ein Bild. Fazit des 2. Jahres. Es wird immer besser...

Das dritte Jahr auf nährstoffarmen Flächen

Die zweimalige Mahd zahlt sich aus. Dieses Jahr wurde besonders früh im Mai gemäht, um möglichst viele Nährstoffe zu entziehen. Die Bilder zeigen die beginnende Zweitblüte Ende Juni. 

Sechs Wochen nach der frühen 1. Mahd im Mai beginnt langsam die Zweitblüte.
Die Ansaaten haben sich hervorragend entwickelt. So muss der Blick auf den Bodenhorizont einer mageren Blumenwiese aussehen.
Hornklee ist der schnellste der Regenerierer.
Auch Wundklee streckt schon bald nach der Mahd seine Blütenstängel hervor.