Natur-Erlebnis-Schulhof Dietenhofen
Adresse
Schule Dietenhofen
Pestalozzistr. 2
90599 Dietenhofen
Tel: 09824/92060.
- Baujahr 2003
- Größe 5000 m²
- Kosten pro m²: 20 Euro
Projektleitung
Landschaftsarchitektin Sigrun Lobst (Rotterdam), Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
Projektkoordination
Heidi Billmann (Bund Naturschutz), Peter Billmann (Bauwart), Gerhard Bräunlein (Lehrer), Jürgen Bräuer (Förderverein), Rudolph Eichler (Rektor), Heidi Emmert (Elternbeirat), Dr. Hartmut Karg (Rektor), Fritz Reiß (Bauhof) - alle Dietenhofen
Holzbau-Workshop
Dipl.-Ing. FH Stefan Wrobel (Detmold)
Pflanzenplanung
Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
Besonderheit
Regenwasserbachlauf, Wasserpflaster, Wasserfall, Wassertreppe, 180 Meter lange Sumpfgräben und Wasser-Spielgräben, Wasserspielgelände, Naturteich, Baumhäuser mit Hängebrücke, Holz-Piratenschiff, Spiel- und Kletterbäume, Steigstämme und Hangroste aus Eiche, Weidenlabyrinth, Kunstobjekte (Summstein, Wasserdrache), Trockenmauern aus altem Sandstein
- Wildstaudenarten 200
- Blumenzwiebelarten 30
- Sträucherarten 60
Ein Projekt ist am Anfang immer ein Traum. Dieser hier ist vielleicht der schönste, den es geben könnte. Man stelle sich vor: Zwei Schulhöfe von Grund- und Hauptschule liegen so übereinander, dass man sie gemeinsam gestalten kann - bei Gelände-Höhenunterschieden von 5 Metern. Alles in allem rund 5000 m² Fläche. Und dazu ein Engagement in der Bevölkerung, wie man es selten sieht. Alle helfen mit, vieles geht umsonst. So werden für das Projekt vom Förderverein über 32.000 Euro gesammelt. Das Besondere ist ein Bachlauf, der von den Dächern gespeist wird und die Rekordlänge von 180 m aufweisen soll. Er zieht sich über beide Schulhöfe. Dazu passend Wasserpflaster, Wasserfall und Wassertreppe. In der Pause bewegt eine Pumpe den Bachlauf zum Ergötzen der Schüler, die Energie kommt von der Sonne. Die Wasserreise endet im Wasserspielgelände mit einem nachgebauten Piratenschiff. Alte Sandsteine von Scheunen, im Bauhof vorsorgend gesammelt, prägen die vielfältigen Trockenmauern. Ein großes Atrium nimmt Platz und macht vieles möglich. Zum Klettern gibt es nicht nur die zwei Bäumhäuser mit fantastischer Seilnetz-Hängebrücke, sondern auch selbstgebaute Naturholz-Spielgeräte mit Eichen aus dem Gemeindewald, zu dem ein eigener internationaler Workshop mit 18 Teilnehmern abgehalten wird. Und alles gekrönt von einer großartigen Wildpflanzen-Vielfalt, wie sie allein solche Natur-Erlebnis-Schulhöfe kennen. Das alles ist jetzt wahr, nach nur zwei Projektwochen im April und Juli . Wir also wachen auf, denkend, wir hätten alles nur geträumt. Dabei ist es dann Realität. Dank allen Helfern!
Ein Bericht über Dietenhofen findet sich in der Online-Ausgabe von "Initiativ": www.iplbayern.de
Die trostlose Lage vorher

- Ödnis wie auf Schulhöfen. Typisch deutsch. Demotivierend. Frustierend. Aggressionsschürend. Der Hauptschulhof vorher. Doch die Zukunft ist nahe: Hier wird demnächst ein Wasser plätschernd in einem Burgberg verschwinden und steil zu Tal fallen.

- Architektentraum oder Trauma? Vor 30 Jahren dachten Planer, dass so etwas nicht ans Gemüt ginge. Eine abscheuliche Betontreppe. Eine gefährliche noch dazu. Die Beton-Absätze sind hoch und immer wieder knallen Schüler an die Ziegelmauer. Blutige Nasen inbegriffen. Verwandeln wir das Destaster in eine malerische Schlucht aus Sandsteinblöcken, die über 3 m hoch steigt, seitlich Klettermauern tragend. Und auf Berges Höhen dann der geheimnissvolle Summstein, der Ohren fühlend macht.

- Grundschüler haben es nicht leicht. In der Pause haben sie zwei Tischtennisplatten ohne Schläger, zwei Traktorenreifen und viel glatten, gefährlichen Asphalt. Wohlauf, Kids. Spielen wir Zauberer und bringen hier Baumhäuser, Wasserspielgelände, Kletterbäume, Duftpflanzenbeete und vieles Natürliches mehr zur Geltung.
Hier nur ein Plan. Noch nur eine Idee. Wird sie wahr?
Wasser life. Vom Dach der Hauptschule rinnt Regenwasser durchs Wasserpflaster, verschwindet unterm Burgberg, sich in Wasserfall und Wassertreppe teilend. Danach mit heiterem Schwung bergab hinunter. Wir bleiben staunend stehen. Zum Sehen.
Die bessere Zeit hat schon angefangen
Planzeichner sind Illusionisten. Schwerer wiegt die Realität. Wobei es fast unmöglich ist, bei 5000 m² den Überblick nicht zu verlieren, alles ist so groß. Hier die Sicht auf den anno 2003 umgestalteten Hauptschulhof. Geschehen alles in zwei Projektwochen.

- Die Baufirmen Dietenhofens modellierten sechs Wochen lang kostenlos eine Natur-Erlebnis-Landschaft nach Plan. Eine Meister-Leistung. Aus Betonplatten werden sanfte Hügel, Senken, Mulden, Kuppen... es ist wie im Traum. Wohin man schaut, es ist etwas entstanden: An Stelle des Ballfangzauns keimt Saat auf dem Wildblumenhügel. Und wo vorher Betonplatten den Boden platt lagen, lockt ein lebendiger Teich.
Wasser als Natur-Erlebnis-Element

- Verlieren wir vor lauter Details nicht den Überblick. Zentralthema beider Schulhöfe ist unser Wasser, ein gerade in Mittelfranken absolut rares, köstliches Gut. Begleiten wir himmlisches Regenwasser vom Hauptschuldach auf seinem irdischen Lebensweg. Am Anfang alles Seins war... der Wasserdrache. Er spuckt pünktlich zur großen Pause um 9.30 Uhr los. Sofern es regnete und die Zisterne voll ist, was nach einem Tag Schnürlregen der Fall ist. Von hier an nimmt das Wasser - wie überall - seinen Lauf. Begleitet von begeisterten Schülern.

- Der Blick zurück auf die ersten paar Meter Regenwasserbachlauf. Wir sitzen gemütlich im Röhreneingang zum Burgberg, das Wasser plätschert fröhlich zwischen unseren Füßen daher. Wir glauben gar nicht, dass wir noch in einem Schulhof sind. Liebe Leute, lasst uns von hier verschwinden. Es lockt eine Höhle im Burgberg, Reich uralter Wassergeister.

- Als wir noch ganz vertieft den spielenden Kids zuschauen, weckt uns ein tiefes Brummen. Ja klar: Der Summstein ist wieder aktiv. Allerdings geht das nicht von selbst. Man muss schon selbst den Kopf hergeben und den individuellen Klang seines Körpers suchen. Hugo Kükelhaus und seine Erfahrungswelt der Sinne lassen grüßen.
Das zweite Jahr
Das vierte Jahr

- Alles geht weiter. Nichts bleibt so, wie es ist. Das betrifft auch die Bepflanzung. Nein, sie ist in den Jahren nicht schlechter geworden. Aber auch nicht besser! Dafür anders. Die Pionierblüten sind verschwunden, dauerhafte Arten haben ihren Platz eingenommen. Aber schön, schön, überwältigend schön ist es noch immer. Vergleichen Sie mal mit den Bildern vom 2. oder 3. Jahr.
Das sechste Jahr
Das achte Jahr
HOLZBAU FÜR NATUR-ERLEBNIS-RÄUME
Puhh, ganz schön viel auf einmal, für zwei Schulhöfe und nur zwei Projektwochen - was?
Noch irgendwas vergessen?
Noch ein kleines Extra gefällig?
Darf´s noch etwas mehr sein?
Im Juli 2003 fand auf dem Natur-Erlebnis-Schulhof ein Naturholzbau-Workshop mit Stefan Wrobel statt. Dabei entstanden u.a. eine Eichenkronholz-Kletteranlage, dreizügiger Hangrost, Holzliegen, eine Brücke, Sitzstämme und Steigroste.
Achtung: Die Holzbau-Projekte sind nicht alle im obigen Plan gezeichnet. Wenn Sie brav bis hierher weitergelesen haben, werden Sie jetzt belohnt. Mit mehr Bildern, nur vom Holzbau. Dazu auf das Workshop-Bild unten klicken.
Geschichtliches
Dietenhofen und kein Ende? Für Sie schon, denn Sie können hier aufhören. Nicht aber für die Historiker unter uns. Denn hier gibt es Bilder von früher. Früher war alles besser - oder?
Einfach auf das Foto klicken und Sie fallen um Jahre zurück..
Wenn Sie das nicht bedauern.....



























