NaturErlebnisSchulhof und Spielplatz Murnau

Adresse

Natur-Erlebnis-Schulhof und Spielplatz Murnau
Dr. August-Einsele-Ring 8
82418 Murnau

Tel: 08841/629801
Fax: 08841/629803
email: james-loeb-gs(at)t-online.de
www.james-loeb-grundschule.de

  • Baujahr 2007
  • Größe 4220 m² 

Projektleitung

Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Projektkoordination

Gundi Stocker (Rektorin), Volker Rieger (Bauamt), Udo Peise (Heilpädagogik), Robert Angelmahr, Wolfgang Stemmer - alle Murnau

Gabionen, Kunstobjekte

Dipl.-Ing. Dorothee Dernbach (Büdingen)

Holzbau-Workshop

Dipl.-Ing. FH Stefan Wrobel (Detmold)

Pflanzenplanung

Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Besonderheit

Bachlauf der Farben, Wasserfalltreppe, Wasserspielgelände mit Sandmatschbereich, Kletterfelsenwand, Blockstufenkletteranlage, Arena und Trockenmauern aus Recycling-Beton. Außerdem bepflanzte und besäte, mit Betonbruch gefüllte Gabionen (Drahtschotterkörbe), die gleichzeitig Kunstwerke sind. Dazu Naturteich, Holzkletteranlage, bunte Betonwesen

  • Wildstaudenarten 200
  • Blumenzwiebelarten 50
  • Sträucherarten 85

Jedes Projekt hat Besonderheiten

Wenn man es auf den Punkt konzentriert, sind es hier drei Dinge: Die konsequente Verwendung von "Bauschutt", lebendige Gabionen und das Wassermanagement.

Die intensive Nutzung von gebrauchten Steinen aus dem Konversionsprojekt "Kemmelkaserne" des Marktes Murnau (siehe Extratext unten) ergab überraschend gelungene bauliche Lösungen, die in ihrer anschaulichen Ästhetik Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt. Dazu braucht es Mut, wie ihn Hubert Süß, Geschäftsführer der Murnauer Grundstücksverwaltungsgesellschaft, aufbrachte. Dadurch und die große Bereitschaft von Bauamt und Bauhof, vorhandenes Baumaterial herzugeben, konnte allein ein Gegenwert von ca. 50.000 Euro eingespart werden, die gekaufte Steine gekostet hätten.

Gabionen, die mit Steinen gefüllten Drahtschotterkörbe, kennt man eher als technische Bauwerke vom Straßenrand, meist wenig hübsch und eher tot. Doch könnten sie nicht auch lebendig sein, begrünt, bepflanzt, besät? Den Beweis dafür sollte dieses Projekt antreten, ob es gelungen ist, beurteilen Sie.

Dass Regenwasser kein Übel, sondern ein vielseitig zu nutzender gewinnbringendes Gestaltungselement ist, wird immer erst klar, wenn es anders genutzt wird, als in der Kanalisation zu verschwinden. Regenwasser ist Leben. Außerdem schafft es Leben. Und bringt Schülern Spaß.

Ein kreatives Projekt wie dieses hat viele geistige Mütter und Väter. Und es hat engagierte Menschen aller Coleur. Mitgearbeitet haben neben dem üblichen Stamm an Lehrern, Eltern und Schülern sehr viele andere fleißige Hände: Opas und Omas, Arbeitslose, Polizisten, die Bundeswehr... , sie machen den Bau zum sozialen Ereignis. Man trägt bei und hilft, weil es gut für andere ist und einem selber gut tut. Die Murnauer Hauptschule hat sich mit einigen Abordnungen fleißiger Schüler genauso verwirklicht wie das Staffelsee Gynmasium mit dem Kunstkurs, der Gabionen baute und mit den 4.Klässlern einen Wasser spuckenden Geist entwarf - ein sogar schulübergreifendes Projekt. In diesem Sinne ein großer Dank an die unüberschaubare Zahl derer, die ihre Zeit und Kraft geschenkt haben. Es hat sich gelohnt. Ein Beispiel das Schule machen soll und wird.

Gedanken zur Konversion vom Militärgelände zum Natur-Erlebnis-Schulhof. Hier anklicken!

Die Ausgangslage

Ein Kasernengelände, mit baumeisterlicher Inspiration umgewandelt in eine Grundschule. Der Schulhof selbst: Viel Pflaster, aber auch schöne, alte und große Bäume. Höhenunterschiede von 2 m. Spannende Voraussetzungen. Was wird geschehen?

Vielleicht Baustoff-Recycling, Steinschotterkörbe, Wasser, ...???

Wem der planerische Ãœberblick über 4000 m² Natur-Erlebnis-Schulhof und Spielplatz fehlt, hier ist er! Zu klein? Einfach auf den Plan klicken und vergrößern...

Regenwassernutzung, spielerisch erlebt

Regenwassermangement: Nur wer hat, dem wird gegeben. Deshalb wird konsequent alles Wasser anliegender Gebäude mit Regenwassersammlern zunächst durch die Blumenbete und dann offen über die Pflasterflächen und schließlich in den Regenwasserbachlauf geführt.
Der Bachlauf der Farben beginnt mit einer recycelten 8 m³ Zisterne, in der eine Tauchpumpe und eine Handschwengelpumpe stecken. Der Beginn allen Tuns war das Verlegen der farbigen Steine mit entsprechendem Gefälle für 50 zu pflasternde Meter. Die Schüler holten 420 Katzenkopf-Bachkiesel vom Loisachbett und malten mit großem Spaß und Eifer.
Regenwassermangement: Nur wer hat, dem wird gegeben. Deshalb wird konsequent alles Wasser anliegender Gebäude mit Regenwassersammlern zunächst durch die Blumenbete und dann offen über die Pflasterflächen und schließlich in den Regenwasser

Der Wasserspeier nebendran spuckt pünktlich zur Pause Wasser ins Bachbett. Hier entstand aus dem Modell von 4. Klasse und Kunstkurs des Gymnasiums ein lustig-bunter Wassergeist. Kunst und Kurse, Wasser und Fantasie kennen keine Grenzen.

Wasser hat die Tendenz zu fließen, und so lassen wir es zum großen Spaß für alle quer und längs über den Schulhof im Bachlauf der Farben.
Es streift Sitzmauern, passiert jenes Duftpflanzenbeet, den Haupteingang und...verlässt den Schulhof (wie schade, wie schön!) am Beginn der Wasserfalltreppe.
Von Treppenabsatz zu Treppenabsatz hüpfend, entfernt es sich im noch kahlen frisch besäten und bepflanzten Gelände, um sich gemütlich ins große Wasserspielgelände zu ergießen. Das wartet schon...
..mit Hüpfsteinen, Felseninsel, Baumstämmen zum Queren, Weidensteckbäumen und vielen Sumpflanzen, von denen naturgemäß (noch) nichts zu sehen ist.
Das alles zu bauen war reichlich Arbeit, bei der neben unzähligen Schülern, Eltern und Lehrern halb Murnau auf der Baustelle war. Die Polizisten von nebenan etwa oder die Bundeswehr in zwei Sondereinsätzen.
Ein Bild weiter ist der erste Bauabschnitt schon fertig. Wir sehen das Wasserspielgelände von unten und die große Sitzarena, im Hintergrund sogar die Klettermauer, fast alles gebaut aus Beton-Brocken zerbrochener Kasernenwände. Kasernenklein sozusagen.
Das Leben könnte so schön sein, gäbe es Schulunterricht nicht. Aber wenigstens die Pause entschädigt für Rumsitzen. "Am liebsten bin ich an der Klettermauer", meint Dominik - und er sieht gar nicht mehr, dass diese wie neugeborene Steilwand im ersten Leben mal eine echte Wand war und im Sterben dann ein öder, staubiger Bauschutthaufen.

Die Blockstufen-Kletteranlage ist ein Novum in der Spiellandschaft. Aus alten Betonblöcken und Mauerstücken selbstgebaut, ragt sie gut zwei Meter in die Höhe. Von der einen Seite ist sie bequem über eine Treppe zu erklimmen, an der anderen kann man senkrecht hochklettern

Nicht genug des Kletterspaßes: Hier eine jener fantastischen Holzkletteranlagen aus Eiche, mit Balanzierstämmen, Holzdecks und märchenhafter Schnitzkunst aus Eltern- und Schülerhand.

Wenden wir den Blick nun in eine vielgestaltige Landschaft mit dem beliebten Hüpffelsen-Parcour, der gleichzeitig zum Ausruhen und anderem dienen mag. Er schlängelt sich zwischen Wildrosen-Wildsträucherhügel mit gesät-gepflanztem Wildblumensaum und der langgezogenen Wildfruchthecke mit hoher Wildblumenheckeneinsaat dahin. Ein Bewegungs- und Erlebnis-Paradies.

Bewegungsstudien: Hüpfen, Springen, Balanzieren

Für mehr Bewegungsabläufe auf das Bild unterhalb klicken

Schüler im besonderen und Kinder im allgemeinen lechzen nach Bewegung. Auf diesem Schulhof haben wir beispielhaft besonders zahlreich Anregungen geschaffen, etwa das Wasserspielgelände zum Hüpfen. Wenn Sie mehr Bewegungsläufe sehen wollen, auf das Bild klicken.

Blumenpracht im 1. Jahr

Verweile doch, Du bist so schön! Der Eingangsbereich der Schule blüht im Hochsommer wie im Traum. Nelkenleimkraut und Duftpflanzenbeete laden ein.

Das magere, wärmeliebende Duftpflanzenbeet als Dauerblüher. Wildes Löwenmaul, Bergminzen, Goldlack und anderes blühen bis in den Oktober.

Auch die Hochstaudenflur
an der Straße putzt sich heraus.
Im Bild eine rote Stockrose inmitten von Nachtkerzen.

Blumenpracht im 2. Jahr

Das zweite Wuchsjahr wird noch schöner: Prächtige Königskerzen laden Hummeln und allerlei anderes Gesumms ein. Der Blick des Fußgängers bleibt wie gebannt hängen ob solcherart mächtiger Pracht.
Der den Schulhof abgrenzende Wildblumensaum blüht stark, die Blockstufen-Kletteranlage wird von außen zunehmend unsichtbar.
Nachtviolen prägen den Aufgang zum oberen Pausenplatz und Haupteingang. Ein Saum wie ein Traum.

Im 3. Jahr

Nein, es ist nicht das verflixte, sondern das wunderbar gelungene 3. Jahr. Nun einige Impressionen sollen reichen.

Sobald der lustige Wassergeist spukt, ist Spaß garantiert. Jeder will mittun.
Wasser rinnt, Spiel gewinnt. Die Schüler warten ungeduldig auf den Wasserlauf. Gleich wird er die Wasserfalltreppe erreichen.
Es ist soweit. Doch das rinnende, springende und stürzende Wasser bleibt nicht ungestört. Das ist das Spiel.
Unglaublich, welche Macht und Pracht Wildblumen wie der zweijährige Färberwaid entfalten können. Hier in den Stufen der Arene, ein Blumen-Dschungel.
Auch außen, an der Holzkletteranlage, ist der Wall honigduftig mit Färberwaid bestückt.

Im 4. Jahr

Ja, dies an alle Zweifler, Zauderer und Zögerer: Es blüht immer noch. Schöner als zuvor? Schwierig zu sagen...

Die Kinder lieben es einfach: Ihren Natur-Erlebnis-Schulhof.
Nicht von schlechten Eltern. Blüten von Ein- und Mehrjährigem Silberblatt.
Leben mit allen Sinnen. Duftpflanzen im Trockenbeet.
Die noch immer mächtige Schau der Königskerzen.
Säume wie Träume. Von Rumpelstilzchens Wildblumen, die keiner kennt.
Umd drumherum um die Schule. Nein, keine schnöden Rasenflächen: Blumenwiesen, das das Herz aufgeht.

Im 5. Jahr

Allmählich entstehen mit größer werdenden Gehölzen Raumstrukturen. Eine dritte Dimension wächst heran. Wir genießen es...

Vor zwei Jahren herrschte hier noch Färberwaid. Der Pionier ist weg, jetzt geben Gehölze den Ton an.
Blasenstrauch und Rotblättrige Rose im Duftpflanzenbeet., Schönheiten unserer Wildpflanzen.

Gabionen zum Leben

"Endlich kommt der Witt zum Thema. Pausenhof hin und her. Schüler, Naturerlebnis, Räume, das ganze Pflanzengetue immer... Furchtbar, furchtbar sag ich!!! Aber das mit den Gabionen, das ist echt interessant. Denn die finde sogar ich öde."

Gut, überzeugt, Gabionen also... Im Foto der Hauptbaustoff des Pilotprojektes: geschredderter Beton. Genau so gut können auch alle Arten von Natursteinen als Füllung verwendet werden. Aufs Bild klicken und die Story beginnt...