NaturErlebnisSpielplatz Eglfing
Adresse
Natur-Erlebnis-Spielplatz Eglfing
Moosbrunnen
82436 Eglfing
- Baujahr 2004
- Grösse 3800 m²
- Kosten pro m²: nur unglaubliche 10 Euro
Projektleitung
Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
Pflanzenplanung
Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
Projektkoordination
Ludwig Bertle (Gartenbauverein), Christian Mack, Rose Strasser - alle Eglfing, Brunhilde Mai (Direktion für ländliche Entwicklung, München)
Holzbau-Workshop
Dipl.-Ing. FH Stefan Wrobel (Detmold)
Holzschnitz-Workshop
Wolfgang van Elst, Fachlehrer für Bildhauerei an der Schnitzschule Oberammergau, Holzbildhauer (Habach)
Besonderheit
Naturholz-Kletteranlagen, Holzschnitzereien, Baumhaus, Spiel- und Klettergeräte mit Seilen, Wasserspielgelände, Kletterhügel, Mosaikfigu
- Wildstaudenarten 132
- Blumenzwiebelarten 13
- Sträucher- und Gehölzarten 80
Ein Neubaugebiet in einem kleinem Ort.
Gebraucht wird ein Spielgelände. Wir befinden uns auf dem Land, Platz ist da, Geld eher weniger. Aber was tun? Wie? Die Idee vom Natur-Erlebnis-Spielplatz wird geboren. Wird es einer? Ein weiter Weg dahin. Wer macht mit? Lassen sich die Träume umsetzen? Wir sind so frei und träumen uns schon mal frei, zusammen mit den Kindern, die wunderschöne Modelle bauen. Wir erträumen uns eine Fantasie-Landschaft, passend modelliert, wo alle ihren (Spiel)Platz finden: Die ganz Kleinen zwischen 2 und 6 Jahren, die Grundschul-Kids und selbstverständlich die Jugendlichen. Auch für Eltern und Großeltern müßte sich ein (Ruhe/Sitz)Plätzchen finden lassen. Damit auch andere was davon haben, sollen Workshops stattfinden, "lerning by doing" für alle, die an so etwas berufliche Interessen knüpfen oder einfach mehr "Knowhow" brauchen. Fragen wir Stefan Wrobel aus Detmold, der schon in Dietenhofen erfolgreich den Holzbau-Workshop leitete. Und sehen wir uns daneben in der Nähe um, im wunderschönen Alpenvorland, dabei feststellend, dass wir uns ja nur 30 km vor der Holzschnitzkunst von Oberammergau befinden. Treffen folglich Wolfgang von Elst, den berufenen Leiter der Holzschnitzschule als Meister für drei Tage, zum Sehen und Formen und kreativen Gestalten. Warum muss Hölzernes nur hölzern sein und nicht gleichzeitig Kunstwerk? Spielerische, bespielbare Kunst? Also seien wir gutes Mutes und hoffen und träumen, aber ganz als Realisten, dass dies alles auch wahr werde.
Soweit die Vison. Und die Wirklichkeit? Bleibt sie - wie oft - hinter dem Träumerischen zurück? Weit gefehlt. Das Engagement der Eglfinger ist überwältigend. Sie schaffen es, viele der Baustoffe und Baumaterialien umsonst oder sehr günstig zu beschaffen und sparen dadurch Zehntausende Euro. Den Rest erbrachte Eigeninitiative. Fazit: Die Wirklichkeit überwältigt die Traumwelt In Schönheit, Harmonie, Kreativität und Kunst. So viele Menschen aus Eglfing, den Nachbarorten, ganz Deutschland und der Schweiz haben dann in nur einer Projektwoche mitgeholfen, diese Wirklichkeit mit Inhalt zu füllen, dass es wohl im Verhältnis zu den Kosten deutschlandweit nirgendwo so einen vielfältigen Natur-Erlebnis-Spielplatz gibt wie diesen einen dort. Dank all den vielen, die mitwirkten! Wir dürfen stolz auf dieses Meisterwerk sein. Und es ist noch nicht einmal fertig. Einige Elemente wie die Weidenbauten, Baumhaus und die Seilnetze werden noch entstehen. Seien wir gespannt.

- Vorher: Das Spielplatz-Gelände. Nicht sehr berühmt. Eine Wiese. Und groß. Sehr groß. Was wird daraus werden?
Modellbau mit Eglfinger Kindern: Die Kinder sind mit großem Eifer dabei. In handgebauten Modellen bringen sie kreative Ideen, wie sie sich ihren Spielplatz wünschen. Der Fachberater für Natur-Erlebnis-Räume läßt sich diese Anregungen erklären und nimmt sie dann in die Gesamtplanung auf.

- Und schon geht es los. 5,5 Meter lange Weidenstämme werden im Frühling am richtigen Standort eingegraben. Sie sollen und werden wachsen, damit im Sommer das Baumhaus dazwischen kann.

- Ein Stangenwald aus neun Baumstämmen für Baumhaus und Seilnetz-Parcour. Sieht ein bißchen futuristisch aus zur Zeit. Aber das ist ja auch Natur. Haben wir Vertrauen. Es wird, es wird...
Vier hohe Hügelketten ordnen sich den Alpen im Hintergrund zu. Es ist unmöglich, von einem Punkt einen Überblick zu bekommen. Um alles zu sehen, müssen Sie wohl oder übel selber hinfahren. Begnügen wir uns mit einem Blick nach Süden auf das Ende des Wasserspielgeländes sowie den unterhöhlten Burgberg mit massiver Felsenkletterwand.
Damit Sie nicht zu den Ungläubigen gehören, die sagen, dass solche Spielplätze trostlos kahl wirken, der Ausschnitt 2005, ein Jahr später. Es ist das gleiche Kind auf gleichem Stein und die gleich gepflanzten und eingesäten Blumen zeigen sich. Hätten Sie jetzt auch ein Jahr Geduld? Sie lohnt sich.
Schaut man von der anderen Seite, bekommt man einen einigermaßen großen Ausschnitt vom mittleren Teil des Wasserspielgeländes mit der Kleinkinder-Sandspielfläche. Am Ufer wartet der Holzschwan auf Besuch - eines der vielen Objekte der Holzschnitzereien.

- Die Verwendung verwachsener Stämme zu freiem Spiel und Abenteuer lässt neue Perspektiven zu. Wohin wird sich die Spielwelt unserer Kinder entwickeln? Welchem (Spielzeug- und Spielgeräte)Trend folgen wir? Vergessen wir die Natur in uns? Oder holt sie uns doch immer wieder ein?

- Selbst die Jugendlichen nehmen das neue Spielgelände schnell an. Der Mountainbike-Parcour im bewegten Hügelgelände wird eingespurt.
Fehlten zu unserem Glück nur noch die Erwachsenen. Idee war, dass man sich hier trifft. Zufällig oder geplant. Mit dem Grillplatz im alten Tuffstein-Rund ist tatsächlich ein neuer beliebter Dorftreff entstanden. Für laue Sommerabende oder - wie hier- November-Nachmittage.
Im Sommer 2005
Mama, wo sind wir hier eigentlich, staunt manches Kind, wenn es diesen extraordinären Spielplatz betritt? Wenn es eine Besuchsmama ist und sie das auch nicht so richtig weiß, kann sie immerhin lesen: im Natur-Erlebnis-Spielplatz. Das stimmt.

- Inzwischen blüht es traumhaft. Mit den Blumen kommen die Tiere: Blütenbesucher. Hier sehen wir bei der Einweihung einige hohe Tiere bei der Duftprobe am Muskatellersalbei. Das Ergebnis überzeugt! Schon probiert? Der Muskatduft könnte auch Sie in seinen Bann ziehen...

- Bolzplatz im Blumenmeer. Spielplätze müssen nicht fantasielos rasengrün sin (was zudem schlecht zu pflegen ist). Warum schenken wir Kindern nicht einfach Natur? Die Möglichkeit dieser zunächst fremden, dann aber sehr vertrauten Natur nahe zu kommen? Und damit der eigenen! Das ist éin wertvolleres Geschenk als alle noch so teure Fun-Action-Leisure-Spielgeräte...

- Das Baumhaus übt vor allem auf Kinder eine starke Fazination aus. Man bekommt hier den Überblick und so mancher erfährt. wie mühsam so ein Aufstieg sein kann.

- Früh übt sich... Oder überhaupt übt sich... Kinder besitzen heute große motorische Defizite. Die mächtige Felsenkletterwand spornt an, hoch zu kommen (wollen). Wobei jeder seinen Weg findet. Denn auch das ist Natur: Sie stellt für jeden eine altersgemäße Herausforderung. Und genau das muss so ein Natur-Erlebnis-Spielplatz leisten: Alle und alles soll wachsen können. Notfalls bis in den weiß-blauen Himmel hinauf.
Das Jahr 2008
Drei Jahre später ist viel passiert. Es blüht und grünt an allen Ecken und Enden. Der Spielplatz ist eingewachsen, Kinder sind immer da und jede Menge Blumen und Tiere.

- Sogar im Winter ist der Natur-Erlebnis-Spielplatz genutzt. Was lassen sich doch mit ein paar Brettern und Wasser für lustige Spiele (er)finden?

- Wo können Kinder heute auf Spielplätzen Kaulquappen fangen und elementare Umgangsformen mit Natur lernen? In Eglfing ist das möglich...

- Vom großen Burgberg aus zeigen sich Nutzerspuren in der Vegetation: Pfade in Wildblumen.

- Sogar die Bolzplatzhügel konnten bewachsen - zu wunderbar artenreichen Blumenwiesen.

- Schönheit hat ihren Preis. Das ist nicht pekuniär gemeint, sondern so: Konsequenter Naturgartenbau, unkrautfreie Böden und nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten. Um den Feuerplatz blühen Ackerglockenblumenund weiße und gelbe Schwarze Königskerzen.










