NaturErlebnisSpielplatz Ottenhofen

Adresse

Natur-Erlebnis-Spielplatz Am Brunnenhaus
Brunnenstrasse
85570 Ottenhofen

Ansprechpartner für Infos und Führungen

Bürgermeister Ernst Egner
Fon: 08123/932660

  • Baujahr 2008
  • Grösse 5200 m²
  • Kosten pro m² 10 Euro

Projektleitung

Ernst Egner, Hans Sander, Dr. Reinhard Witt (alle Ottenhofen)

Projektmitarbeit

Karl Heckerl (Eitting), Sascha Hubert und das THW (Dachau), Alois Hundhammer, Anja Mehnert, Heini Schwanzer, Mascha Voidel, Christine Weber (alle Ottenhofen), Julia Wenninger (Oberneuching)

Pflanzenplanung

Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Besonderheit

Bachläufe mit Kriechtunnel, Wasserspielgelände mit Inseln und Brücken, Wassergräben, Sandmatschbereich, Feuer- und Grillplatz, Mountainbike-Parcour, Beachvolleyball, Weidenbauten (Himmelsplatz), Blumenwiesen, Wildblumensäume

  • Wildgehölzarten 75
  • Wildstaudenarten 100

Ãœberall in Deutschland bauen

Kommunen auf der grünen Wiese Gewerbegebiete. Wir freuen uns über Obi am Stadtrand, Outlets-Centers an Autobahnschleifen und den praktischen Gewerbepark neben dem Misthaufen. Und ärgern uns über ausblutende Zentren, den Mangel an Einkaufsmöglichkeiten im Ort, und ....
Das ist wahrlich schlecht. Also fangen wir diese Geschichte lieber noch mal anders an...
Überall in Deutschland bauen Kommunen auf der grünen Wiese Spielplätze. Echte, schöne, wirkliche Natur-Erlebnis-Spielplätze. Sogar für Kinder, denn Erwachsene spielen da auch unheimlich gerne. Oder geben jedenfalls vor, mal unbedingt mit den Kindern auf den Spielplatz zu müssen. Von wegen...
Überall?? Nein, wieder die falsche Geschichte, denn eigentlich passiert genau das nur in einem kleinen Dorf in Gallien, wo... Mist, schon wieder verkehrt...
Denn es ist in Wirklichkeit nur so in einigen wenigen ziemlich weit südostgallischen Dörfern, zum Beispiel in Ottenhofen. Bürgermeister Ernst Egner würde jetzt bestimmt protestieren, wenn wir das liebliche Otttenhofen im Sempttal geografisch an den Rand Galliens legen. Denn es liegt inmitten Oberbayerns. Doch für eine solche Geschichte muss das einfach sein. Sonst wird nämlich keine draus.
Also Ottenhofen. Man kennt es kaum. 1 Bürgermeister, 12 Gemeinderäte. Und 13 mal Mut,denn eigentlich, ja eigentlich wollte man im Neubaugebiet Am Brunnenhaus auf der besagten Wiese nur einen Spielplatz bauen. Einen (Hilfe!) Gerätespielplatz. Einfach, sicher, schnell, so was aus dem Katalog. Was zum Klettern, was zum Rutschen, was zum Schaukeln. Basta!
Eigentlich? Aber da hatte die Gemeinde Pech, denn eigentlich wohne auch ich in Ottenhofen.Tja, und so musste es wohl so kommen, dass die grüne Wiese nun eine bunte geworden ist, und die Väter so gerne spielen gehen wie die Mütter. Von den Kindern wollen wir hier lieber mal nicht sprechen...
Und so, gerade und nur so ist ein richtig gute Geschichte draus geworden.

Schauen Sie mal vorbei. Es lohnt sich.

Auszeichnung im Wettbewerb Grüne Spielplätze

Am 17. September 2010 um 17.00 Uhr wurden auf der größten
Europäischen Messe für Garten- und Landschaftsbau (GALABAU) in
Nürnberg die Preisträger des alle zwei Jahre findenden Wettbewerbs
Grüne Spielplätze 2010 der Stiftung die Grüne Stadt
www.die-gruene-stadt.de bekannt gegeben.
Einer davon ist dieser Natur-Erlebnis-Spielplatz Ottenhofen. 
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner schreibt in ihrem Vorwort für die
Broschüre die Grüne Stadt: "Ich hoffe auf eine rege Beteiligung mit vielen
guten Beispielen, die Planern und Bauherren als Vorbilder für
"Grüne Spielplätze" dienen.Auszeichnung im Wettbewerb Grüne Spielplätze.

Zertifizierung nach Bio-Standard

Dieser Spielplatz wurde nach den Richtlinien der Fachbetriebe für naturnahes Grün - empfohlen von Bioland gebaut und geprüft. Somit ist er der erste nach Bio-Standard zertifizierte Natur-Erlebnis-Spielplatz Deutschlands.

 

Preisverleihung im Wettbewerb "Grüne Spielplätze 2010" auf der Galabau in Nürnberg. Dabei Planer Reinhard Witt und...
... Bürgermeister Ernst Egner.
Die Ausgangssituation 2008: Eine große moorige Wiese im Tal der Sempt. Riesig. 5200 m² Platz. Und mit flüssigem Kapital: Ein Entwässerungsgraben passiert ihren Rand.
Schweres Gerät: Das THW fährt auf. Erste ehrenamtliche Arbeiten. Doch die Wiese ist nass und der Radlader wiegt Tonnen...
Die Profis kommen. Doch Modellieren, braucht Zeit. Erste Hügel strukturieren das Gelände, der Steinkreis der Arena ist fertig. Es wird...
Gemeindearbeiter, im Bild Alois Hundhammer, fällen eine riesige Weide, die umzustürzen drohte.
Und schon ist sie auf dem Spielplatz. In Bayern sagt man zu so einem Weidenstamm: Mordstrumm. Zwei Bagger sind nötig, um es aufzustellen. Doch läuft hier was verkehrt - rum? Dazu nur pflanzentechnisch: Es ist eine Weide und ich habe mit zwei Jungs Wetten abgeschlossen, dass sie trotzdem wächst. Wer verliert, muss im Sommer barfuß ins Wasserspielgelände springen. Das ist akzeptabel.
Die Helfer packen fleißig an und in wenigen Tagen formt sich das Gelände aus. Blick über Wassergraben mit Weideninsel und Wasserkriechröhre. Auf dem Berg entsteht gerade aus Weidenstämmen der Himmelsrichtungsplatz.
Auch woander wird fleißig gewerkt: Auf den Hügeln wird Kompost für die Einsaaten verteilt.
Kooperation ist alles: Jugendliche bringen einen entrindeten Eichenstamm an seinen bergigen Platz.
Gemeinschaftswerk! Viele Leute helfen viel. Der Feuerplatz wird planiert und gepflastert.
Kaum zu glauben, welche magischen Kräfte Natur-Spiel-Plätze auf Kinder ausüben. Es schneestürmt im März und die Kids weihen den Sandmatschplatz ein. Spaß macht' s. Die Weidenwurzel im Hintergrund steht fest in der Erden und sieht aus wie ein Storchennest.
Der Ottenhofener Sandmatschbereich ist richtig gut, tief - und es ist ein großer Spaß, stecken zu bleiben. Der noch jungfräuliche Wasserspielteich wird erforscht.
Das Gelände ist keineswegs fertig und wird von den Jungen schon bespielt. Forsche Mountainbiker erproben sich und ihr Material.
Doch die Alten sind nicht besser. Kaum ist der Feuerplatz gepflastert, wird gezündelt. Es ist einfach schön in Gemeinschaft zu arbeiten und zu sein. Ein Spielplatz ist schließlich für alle da.
Ohne Gottessegen kann kein Leben sein. Pfarrer Josef Schmid und Bürgermeister Ernst Egner beim Weihegang über den noch jungfräulich grünenden Spielplatz.
Der Blick über Färberkamillen zeigt zarte, erste Blüten, insgesamt wirkt der Platz aber noch kahl. Bis Schönheit einkehrt, dauert es noch.
Versunken in kindlicher Fantasie spielen zwei Jungs am Wasserlauf. Was kann es Fantastischeres geben, als solche Art von Spielplätzen mit so viel Natur?

Das zweite Jahr

Eine unglaubliche Blütenpracht überzieht den Platz. Und die Kinder finden dazwischen ihre Spiele und Entdeckungen. Auch die Erwachsenen haben ihre Freude(n). Der Spielplatz entwickelt sich zum Treffpunkt für Klein und Groß.

Die Bachläufe und Wassergräben stehen bereits im Blütenkleid.
Kuckuckslichtnelke prägt den Maiaspekt.
Der weite Blick zeigt Vielfalt der Strukturen, Formen, Blütenmuster.
Tausende Margeriten - und das auf einem Spielplatz?
Wege voller Bütenleben links und rechts.
Wegwarten, Wiesensalbei, Färberkamille, Königskerzen am Wegesrand - so wie früher!
Wasserspielteich und Sandmatschgelände bieten viele (An)Reize.
Ein Bach läuft durch eine Röhre im Berg.
Fantastische Blumenhügel umgeben Teich und Sitzplatz.
Blick zum Teich, Sandmatsch und hinüber zum Beachvolleyball.
Vollkommenheit für alle Sinne und Spiele.
Muskatellersalbei, Margeriten, Karthäusernelken - Schönes zum Schauen.
Beachvolleyball inmitten von Knautien und Co.
Der oft genutze Grill- und Feuerplatz, eingeblumt.
Katzenminze und Färberginster als Augenschmaus am Sitzplatz.
Ein Bolzplatz, umhügelt von Blumen, das ist möglich.
Seilbahn mit Nutzungsspur im Rasengrün.
Geliebtes Vogelnest!
Blütenstarker Grabenrand, verlockend zum Spiel.
Woanders prägt Blutweiderich den Wassergraben.
Schönheit, einfach nur Schönheit, hier Hügel am Wassergraben mit Wiesenbocksbart und so.

Das dritte Jahr

Wer glaubt, dass die Blütenschönheit ihren Höhepunkt schon erreicht hatte, irrt. Ganz im Gegenteil, es wird immer besser. Genießen Sie die Vielfalt des Seins. 

Im April leuchten Sumpfdotterblumen am Wasserspielteich.
Die Vielfalt der Blumen der Saison ist kaum zu beschreiben. Man sollte diesen Weg alle zwei Wochen gehen, so schnell ändert er sich.
Im Jahre 3 ist der Spielplatz voll unzähliger Blumen. Wildnis aus Menschenhand, der man das nicht mehr ansieht.
Vom Hügel aus in Gegenrichtung eine völlig andere Perspektive.
Der Wasserspielteich einmal durch die Blume gesehen.
Wolkenwärts erhebt sich der Himmelsplatz aus einem Blütenmeer.
Die umgebenden Wassergräben werden von unzähligen Fröschen bewohnt, denen die Blumen obendrüber ziemlich wurscht sind.
Wirkliche, wahre Wildnis, jedenfalls für Kinder. Echte Natur, zum Erleben - und dabei ist es nur ein blütenreicher Wassergraben.

Das vierte Jahr

In und am Spielplatz habe ich unglaublich viel gelernt über nachhaltige Einsaaten. Wenn Sie mehr wissen möchten:  In der 3. Auflage von Nachhaltige Pflanzungen und Ansaten verrate ich Kniffs und Tricks.

Das Aprilbild bleibt ähnlich, nur die Sumpfdotterblumen werden größer.
Von Blumen gesäumte Wege führen durch Natur, wie sie kaum noch zu sehen ist.
Schönheit pur zeigt ein Überblick.
Traumhafte Bilder entstehen, Blutweiderich schlängelt sich am Bachlauf entlang.
Einsaaten von Wasserdost und Co am Wassergraben.
Der Spielplatz ist inzwischen auch beliebtes Exkursionziel. Hier 50 Teilnehmer der Caritas-Fachtagung Planung, Bau und Nutzung von naturnahen Spielräumen im Oktober 2011.
Der Natur-Erlebnis-Spielplatz ist der erste Bio zertifizierte Spielplatz Deutschlands.

Das fünfte Jahr

Jedes Jahr beginnt mit dem großen Pflegeeinsatz. Ein ganzer Samstag ist es, und es kommen alle, die können und wollen. Gearbeitet wird fleißig, Spaß macht es sowieso. Und hinterher das Lagerfeuer. 

Der Pflegesamstag bringt immer genug Helfer. Die Hauptpflege ist schon gemacht: Zuvor mähten die Gemeindearbeiter den Aufwuchs des letzten Jahres. Jetzt werden die Bachläufe gereinigt.
Damit man wieder balanzieren kann, werden die Austriebe der Weidenstämme zurückgeschnitten.
Der Beginn einer dreihundertjährigen Tradition:Zum Pflegeabschluss gibt es Stockbrot für alle Helfer, ein paar Grillwürstl und, wer will, ein Volleyballmatch.