Aller Anfang ist bunt: Das 1. Jahr

Der Einsatz meiner Zauberpflanze lohnt immer. Die Wildform des Löwenmauls ist einfach ein Hingucker, wenn sie auch als Pionierstaude nicht von Dauer sein wird.
Der Einjährigenaspekt überwiegt bei den meisten Flächen. Schön bunt durch Kornblumen und Mohn. Viele Menschen sehen das nach Jahrzehnten zum 1. Mal wieder. Und das in ihrer Straße!
Durch Beimischung und Veränderungen der Rezeptur sind nicht alle Flächen gleich. Hier prägt zusätzlich Nelkenleimkraut.
Vielfalt ist das Prinzip auch bei der kleinsten Bauminsel.

Die Flächen differenzieren sich: Das 2. Jahr

Bitte mal hinschauen. Aus dem scheinbaren Einerlei des 1. Jahres tauchen verschiedene neue Aspekte auf, welche die Flächen bestimmen. Das differenzierte Ansaatkonzept schlägt voll durch. Hier ist es beispielweise Steppensalbei.
Selbst das kleinste Inselchen strahlt seine Blütenkraft auf die Straße.
Ein Spaziergang die Straße hoch wird zur Entdeckungstour. So gelungen kann naturnahes Grün im öffentlichen Bereich sein.

Dürreperioden: Das 3. Jahr

Auch hier ein Extremjahr fast ohne Niederschläge in der ersten Jahreshälfte. Im Unterschied zum nahen Rüsselheim sehen die Pflanzen erheblich besser aus. Das mag am anderen Substrat liegen, das mehr Wasser speichert als Sand, Kies oder Schotter.
Grün, lebendig, artenreich und bunt. Wildpflanzen im Klimastress.

Klimafest: Das 4. Jahr

Das 5. Jahr zeigt, dass Wildpflanzen auch schlechte Jahre gut wegstecken können. Auf einem Streifen hat sich Steppensalbei stark verbreitet. Bildschön.
Woanders dominieren R-Strategen wie Färberkamille und S-Strategen wie Karthäusernelke, ein Hinweis auf den Extremstandort.
Woanders haben sich die Mischungen durchgesetzt, als buntes Miteinander. Alles in Allem ein sehr befriedigendes Ergebnis.

Nachhaltig: Das 5. Jahr

Die Stadt hat ihre Pflege umgestellt. Um den Höhenwuchs und damit das Umfallen und Herausfallen der Pflanzen aus den Beeten zu begrenzen, wird im Mai vor der Hauptblüte gemäht. Das verschiebt die Hauptblüte um 2-3 Wochen nach hinten und führt zu niedrigerem Wuchs.
Ende Juni ergibt sich trotz bereits erfolgter Mahd ein wunderbares Blütenbild.
Karthäusernelke, Große Brunelle und Nickendes Leimkraut prägen diese winzige Bauminsel.