Blumen wie aus Sand am Meer: Das 1. Jahr

Das alte Bewuchs musste weg. Stattdessen wurden verschiedene rein mineralische Substrate verwendet. Mit den besten arbeiten wir weiter. Im Bild die fertige Fläche, im März 2008 angesät und mit Initialpflanzen bepflanzt.
In dieser Mischung fällt die gepflanzte Initialstaude Färberkamille auf. Dazwischen die nachhaltig-dauerhafte Wildform des Löwenmauls. Angesät - jetzt schon blühend - und das nach 14 Wochen!
Hier an anderer Stelle eine weitere Mischung. Bunter - und mindestens ebenso schön. Sie wollen mehr wissen? In der 2. Auflage von Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten finden Sie es!
Nach der Julimahd bleibt die Fläche grün und blühend bunt - bis hin zum Frost im Spätherbst. Dieses Foto stammt von Ende September, wo heimische Flora für gewöhnlich braun und öde wirkt. Damit endet das 1. Jahr, kein schlechtes...

Es wird durchgeblüht: Das 2. Jahr

Immer noch Blumen? Auch im 2. Jahr? Bürger wundern sich. Es wurde ja gar nicht neu gepflanzt wie sonst bei Wechselflor üblich. Und zum Gießen kommt auch gar keiner. Wildblumen scheinen ohne all den Aufwand zu funktionieren?

Das zweite Jahr hält, was das erste versprach. Es blüht bunt, artenreich, lebendig. Fußgänger bleiben stehen, Autofahrer würden gerne langsamer fahren...So sieht es im Juni aus.
Vier Wochen später blüht es immer noch, aber anders. Nicht schlechter, nicht besser, anders. Anders als normales öffentliches Grün.

Never ending love story: Das 3. Jahr

War das hier jemals anders? Wir können uns kaum noch erinnern...Doch eines fragen wir: Warum sieht nicht ganz Rüsselsheim so aus, so lebendig...?

Not too bad, würde der Engländer wohl sagen. Doch hier kommen die kaum vorbei. Die Rüsselsheimer sinds trotzdem sehr zufrieden. Es blüht, und blüht, und...
Der Blick ins Detail zeigt die große Vielfalt des Mittelstreifens.

Klimakatastrophen: Das 4. und 5. Jahr

2011 brachte seit dem Winter monatelang keinen Regen. Eine Katastophe für normale Grünflächen. Nicht so für Wildpflanzenflächen. Sie leiden sichtlich, aber sehen im Vergleich noch sehr, sehr gut aus. Mehr zur Widerstandsfähigkeit von Wildpflanzen in der 3. Auflage von Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten. In der kommenden Saison 2012 normalisierte sich das Bild wieder: Wildpflanzen sind klimatisch hart im Nehmen. 

Auf normalen Rasenstreifen wehen Ende Juni 2011 Staubwolken über braunem verdorrtem Gras. Hier aber blüht es noch.
Heimische Wildpflanzen können mit Klimaextremen umgehen. Und falls was ausfällt, sorgen die Überlebenden für Aussaat und Lückenschluss. Mehr noch: Katastrophen sind eine Riesenchance für Pionierarten und Stresstolerante, die S-Pflegetypen. Und: Eine natürliche Dynamik braucht Katastrophen!
Im 5. Jahr hat sich Steppensalbei durch natürliche Aussaat weit verbreitet, so gefällt es uns.
An anderer Stelle hat sich Ysop ausgesät. Schon verrückt: Ein Gewürzkraut als Verkehsbegleitgrün? Aber das als Beweis, dass so was ganz normal sein kann.

Das 6. Jahr ein Blütentraum

Ich bin begeistert von der Schönheit der Wildblumen auf Verkehrsflächen. Immer. Immer wieder. Und immer noch. Schauen Sie selbst! Darf man an solchen Standorten etwas anderes machen als heimische Wildpflanzen für unsere heimische Tierwelt und für uns Menschen? Mich dürfen Sie da nicht fragen!

Die Adam-Opelstraße als Blütenmeer in Gelb.
Der Mittelstreifen in der Bensheimerstraße ist ein blütenbuntes Meisterwerk von Schönheit,...
...Farbe und Form.