Ein schwieriger Garten in den Alpen

Ein Projekt aus dem Alpenraum. Eine traumhafte Lage am Südhang. Ziemliche Höhenunterschiede von gut und gerne 5 m. Ein sehr großes, auch hohes Haus, dazu ein eher minimales Grundstück. Eine Herausforderung an den Planer mit Ansprüchen, die aus der Ungleichwertigkeit von Gebäude und Restfläche im schlechteren Fall Gleichwertigkeit erwachsen, im besten aber das Haus im Garten auffangen und erden lassen. Also Mut zu Mauern, hohen, sehr hohen, ja gewaltigen Trockenmauern aus lokalem Naturstein. 180 Tonnen viel, 7 fette Sattelschlepper oder 15 Dreiachser. Der Naturgarten findet nun auf, zwischen und unter Terrassen statt. Gewagtes Spiel mit Raum und Form. Urteilen Sie selbst, ob die Balance gelungen scheint, ob das technokratische Hausgebilde in Harmonie mit dem Garten gelangt. Hier einige Bilder von den ersten beiden Jahren. Mit der Zeit werden wir weitere folgen lassen. 

Die ersten drei Jahre

Was ich versprochen habe, halte ich: Hier also jede Menge Steinmauern, Treppen, Auf- und Abgänge, außerdem steingefüllte Gabionen. Aus mächtigen tonnenschweren Blöcken, verschieden farbiger Stein, echte Natur. Dazu ein steiler Fahrweg mit polygonalen Platten. Zum Hinschauen und Meditieren schön. 

Und der Garten?

Ja, der fängt in Form von Pflanzen auf Beeten, Dächern und in Mauern ebenfalls zu werden an. Und, siehe da, er wird zum Hortus Podarcis muralis. Ein Ãœberlebensgarten für rare Mauereidechsen. Gestehen wir besser nicht, dass wir den Garten für gerade sie bauten... Sie aber danken uns es nicht, denn sie sind - stumm. Sie sind einfach da, Geschenke. Und ab und zu blinzeln sie uns runter. Wir übersetzen. Einmal blinzeln mit links: "Nett, dass Du da bist". Doppeläugiges Blinzeln: "Guck doch mal, wie schön es hier ist" bzw. "...,wie schön ich hier liege!". Blinzeln mit rechts und Abwinken mit linker Kralle: "Mach die Fliege, Junge, das ist mein Garten, ich möchte relaxen!".