Natur-Erlebnis-Schulhof Hausham

Adresse

Natur-Erlebnis-Schulhof Hausham
Anton Weilmaier Schule
Tegernseestr. 36

83734 Hausham

Tel: 08026/39470
email: sfz-hausham(at)t-online.de

  • Baujahr 2008
  • Größe 4750 m²
  • Kosten pro m²: ca. 35 Euro

Projektleitung

Dipl.-Ing. Dorothee Dernbach (Büdingen), Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Projektkoordination

Herbert Wilgermein (Rektor), Norbert Amann, Andrea Blacek-Thamm, Johannes Götz, Susanne Noll, Klaus Wagner, Sylvia Schaffner - alle Hausham

Pflanzenplanung

Dipl.-Ing. Dorothee Dernbach (Büdingen), Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Besonderheit

Rollstuhl- und Behinderten gerecht, natürlicher Bachlauf mit Insel und Rollstuhlfurt, Sand- und Wasserspielgelände, Robinien-Pergola, Kletterfelsenwand, Arena, befahrbare Kräuterspirale mit Weidenkuppel, Tipi und Irrgarten, Trockenmauern aus recycelten Natursteinen

Ein Pausengelände für Geistig- und Körperbehinderte, manche davon mehrfachbehinderte Rollstuhlfahrer und gleichzeitig eines für bewegungshungrige, lernbehinderte Förderschüler? Geht dieser Spagat? In Hausham ist er gelungen. Jede Gruppe findet ihre Räume, Plätze, Angebote und Abenteuer. So ist der nun durch den Schulhof umgeleitete Bachlauf an vier Stellen überquerbar. Von einfach nach schwierig geht es hinüber: Rolli-Brücke, Rolli-Furt, Wackelbrücke und Balanzierstamm. Den Burgberg kann man per Fuß über verschiedene Wege erklimmen oder in Rollis hochkurven... Wegen teils unkontrollierbarer Schüler mussten bestimmte Elemente wie Bachlauf oder Kletterfelsenwand abgetrennt werden. Sie sind nur zu bestimmten Zeiten  und für bestimmt Schüler offen.

Insgesamt ein mutiges, großes Projekt mit vielen, sehr vielen wunderschönen Details. Die Schulgemeinschaft gab einen starken Hintergrund, das Projekt wurde und wird getragen von einer Handvoll Fleißiger in der Schulhof-AG und unzähligen Unterstützern. Hierzu zählte der unermüdliche Bauhof der Gemeinde, der Landkreis mit seiner LKW-Logistik. Wo Großes geschieht, braucht es auch exzellente Maschinisten. Wir hatten die von Isenmann und dem Rosenheimer Wasserzweckverband. Nicht zu vergessen die zahllosen Sponsoren und Förderer des Projektes, die auf ihre Weise zum großen Ganzen beitrugen. Nur, wo so viele Menschen zusammen Hand anlegen, kann es so schön und perfekt wachsen wie in Hausham. Betrachten Sie das Werk.

Modellbau? Ich bin doch nicht blöd!

Beginnen wir mit der geistigen Arbeit. Modelle bauen mit Förderschülern und Behinderten? "Da kommt doch nichts raus! Wozu brauchen wir das?" Strafen wir Ignoranten und Irritanten ab, indem wir einige Bilder zeigen vom starken Wunsch nach Veränderung, vom Wunsch nach Natur, vom Wunsch nach Kontakt: mit der Natur, mit sich selbst, mit anderen. Im Spiel, im Miteinander-Erleben, von Träumen, Räumen, Bäumen.  Entdecken wir unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit, wie Wünsche aus dem Kopf lebhaftig wahr werden können...

Alle Menschen haben Träume. Nur kommen wir an manche nicht heran. Weil der Kopf anders ist. Oder der Körper nicht will. Oder beides. Modellbau mit Geistig Behinderten ist ein Weg der Befreiung. Das ist Reden und Schreiben ohne Worte, mit Gefühl, mit Spaß, mit den Fingern, indem ich es tue. Ideen werden sichtbar. Planerin Dorothee Dernbach hört aufmerksam zu.
Kreativität ist urmenschlich. Lassen wir das raaaaaus! Befreien wir sie und uns damit aus den Zwängen einengender Konvention. Bauen wir solche Modelle. Und andere werden zu staunen beginnen.
Die Freude am Schaffen, am Werk, am eigenen Tun. Das Lob über Gelungenes. Jeder Mensch kann nicht genug davon bekommen. Jeder. Lassen wir das doch einfach zu. Dann ist es ganz einfach.

Alle helfen zusammen

Die Bauarbeiten haben begonnen. Jeder hilft auf seine Weise. Ãœberall werkelt man, die Schüler, Eltern, Bauhof sind begeistert bei der Sache. Es wird gelacht, geulkt. Doch Projekte wie diese sind nicht nur eitel Sonnenschein. Es regnet, Handschuhe sind Dreckklumpen, Bagger und LKWs versacken im Moränenmatsch. Manche geben alles und gehen auf dem Zahnfleisch durchs Gelände, sind hinterher urlaubsreif, haben geschafft bis zum Geschafft-sein. Doch Tag für Tag wird es mehr, fertiger, visonärer...

Männerrituale: Hauptsponsor Hubertus Altgelt, der geniale Baggerfahrer Klaus und Planer Reinhard Witt besiegeln per kräftigem Handschlag das Projekt. Nur Klausens Baggerhand länger und stärker.
Die Brannenburger Gebirgspioniere im schweren Gestein. Vier Bunderwehrsoldaten helfen beim Trockenmauerbau.
Geistig-Behinderte bei Pflanzvorbereitungen am Fuße der Trockenmauer und...
...beim Versuch zu pflastern. Einen Riesenspaß hat´s gemacht. Da macht es auch gar nichts, dass es gerade nicht so gerade wurde...
... denn unter den wachsamen Augen von Hauptsponsor Hubertus Altgelt wird nachgepflastert.
Die Gmunder Firmgruppe bepflanzt mit großer Liebe das Blumenbeet vor einem Klassenzimmer.
Es wird und wächst. Die letzten Pflanzen kommen mit Elternhilfe ins Wildblumenbeet vor dem Freiland-Cafe unter der Robinienholz-Pergola.
Im Herbst müssen Eltern und Gottfried Winkler vom Landkreis Miesbach noch einmal ran: Tausende Blumenzwiebeln dürfen in Pflanzflächen und Beete

Erste Nutzungen

Begleiten wir die ersten, oft noch vorsichtigen, zuweilen aber auch ungestümen Schritte ins neue Gelände.

Das erste Mal sind die Rollis den Schneckenweg hochgefahren. Atemlos stehen sie da. Ein bißchen Pause muss sein. Hier oben ist die Luft schon dünn.
Gefahrlos bergab: Mit sanftem Gefälle rollt der Stuhl hinunter. Der Traum vom oben sein durfte wahr werden.
Die THW-Jugendgruppe beobachtet gespannt den ersten Einlauf des Wassers ins jungfräuliche Bachbett. Wird alles funktionieren?
Ist es auf dem Burgberg die Erstbesteigung, so denn hier die Erstbefahrung. Jawohl, das macht Spaß: Die Mutter schwitzt, der Rollstuhl spritzt!

Das zweite Jahr

Jetzt soll und wird es sich entfalten, das Spiel, das Gelände, die Pflanzen. Wir werden sehen.

Bunte Blumen begleiten nun den Weg ins Schulhaus. Es macht Freude diese Schule zu besuchen: Blütenfreude.
Von der Aula schweift der Blick auf verschiedengestaltige Hochbeete, eine echte Blütenschau.
Gelber Lerchensporn und Weiße Breitblättrige Glockenblume eifern im Halbschatten um die Wette.
Die Pergola mit den umgebenden Hochbeeten wird eifrig genutzt.
Sandspiel inmitten natürlicher Flora, ein Geschenk, ein Ergebnis, ein Genuß.

Das dritte Jahr

Und es wird. Schön. Ãœberwältigend schön. Große Begeisterung allerorten. Spiel und Entspannung statt Pausenstress.

Die Pflege in einer Förderschule dauert länger als normal. Dennoch ist sie dank perfekter Betreung gründlich und gut.
Den Schülern bringt das Draußen-Arbeiten viel Freude. Alle wollen raus und helfen. Leider gibt es gar nicht so viel zu tun.
Das Ergebnis perfekter Betreung präsentiert sich als Riesen-Blütenzauber. Wiesenschlüsselblumen...
...Blaue Anemonen, Traubenhyazinthen, Wildtulpen...
...und Steppensalbei verschönern den Schuleingang.
Und am neu gebauten Naturspielbach findet sich immer wieder etwas zu entdecken.

Das vierte Jahr

Was haben Sie erwartet? Dass wir wieder alles betonieren oder mit Rasen einsäen? Nichts da. Die Natur ist da und wird heiß bewundert und geliebt. 

Wasser ist der Pausenhit. Im Bachlauf wird gebuddelt.
Wer hat Mut für diesen hohen Sprung?
Der Blick aus dem Werkraum fällt auf wunderschöne Blumenwiesen.
Genfer Günsel schmückt sich ein.
Ein Halbschattenbeet der allerersten Güte.
Die heimischen Mischpflanzungen sind ein Traum. Mehr in dieser Webseite unter Aktuellem.