NaturErlebnisSchulhof Wassertrüdingen

Adresse

Natur-Erlebnis-Schulhof Wassertrüdingen
Betty-Staedler-Hauptschule
Weinbergweg 20
91717 Wassertrüdingen

Tel. 09832/681311
Fax: 09832/681320.

  • Baujahr 1999
  • Grösse 2500 m²
  • Kosten pro m² 21 Euro

Projektleitung

Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Pflanzenplanung

Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)

Besonderheit

Schattenstandorte, Heumulcheinsaat von Trockenrasen, Wildblumendächer

  • Wildstaudenarten 180
  • Blumenzwiebelarten 14
  • Sträucher und Baumarten 70
  • davon Wildrosenarten 15
  • Alte Gartenrosen 12

Wassertrüdingen ist eine

5000 Einwohner zählende Kleinstadt in Mittelfranken am Nordrand des Nördlinger Ries. Beim Neubau der Hauptschule wurden 1999 insgesamt 2500 m² der Außenanlagen naturnah mit Eltern, Lehrern und den insgesamt 320 Hauptschülern von 12 Klassen in nur acht Projekttagen angelegt. Auch der örtliche Gartenbauverein engagierte sich stark mit freiwilligen Helfern. Die restlichen 1800 m² sind konventionell von Landschaftsarchitekten geplant und von Baufirmen gestaltet (größtenteils Betonpflaster). Die Kosten der naturnahen Gestaltung liegen bei etwa einem Viertel der konventionellen Fläche. Eingesetzt wurden große Mengen von Kalkschotter, der ortsüblich vorkommt und billiger ist, als Kies und Sand. So besteht die Deckschicht sämtlicher Trockenstandorte aus Mineralbeton. Naturnaher und konventioneller Teil sind durch eine wärmeliebende Wildrosen-Hügelkette mit buntem Wildblumensäumen getrennt. Als Unterbau für die Hügel diente Bauschutt. Zwei Burgberge mit Magerrasen laden zu Rollenspielen ein, sonnige und halbschattige Wildblumenwiesen zu Naturerfahrung. Der Kommunikation dienen eine aus Natursteinen errichtete Begegnungsinsel sowie mehrere abgeschirmte Sitznischen. Wildblumenbeete mit seltenen Kleinsträuchern und Wildblumen geben einen Eindruck von der Vielfalt solcher Standorte. Kleingehölzhecken in Sonne und Schatten trennen Räume. Als zusätzliche Bereicherung fungieren Hochstaudenflur, alte Gartenrosen und große Schattenpflanzungen unter Linden mit Wildstauden und Frühblühern. 100 m² Trockenmauern bieten reichlich Sitzplätze und Strukturen. Wege und Plätze wurden mit Blumen-Schotterrasen eingesät. Hervorzuheben ist die Gewinnung von landschaftstypischem Kalktrockenrasen-Heumulch vom nahegelegenen Hesselberg, mit dem ein Bereich eingesät wurde. Gepflanzt wurden 470 Wildsträucher aus 70 Arten, 5800 Wildstauden (180 Arten), gesät 2100 m² Wildblumenwiesen, gesteckt 5200 Blumenzwiebeln. Die beiden Dächer der Schule (750 m²) wurden extensiv begrünt: Einsaat einer Wildblumen-Dachbegrünungsmischung und Pflanzung von zusätzlich 4500 Multitopfstauden. Da der Pausenhof zwischen Haupt- und Grundschule liegt, können auch 310 Grundschüler die Fläche mitnutzen, die sonst nur über einen betonierten Vorplatz verfügten. Im Zuge der Neuanlage wurde auch ein Teil des Umfeldes der Grundschule bereits umgestaltet. Schurrasenflächen verzauberten sich in artenreiche Magerwiesen und Betonsteinwege in interessante Natursteinwege aus Kalkschroppen mit ornamentalen Bögen aus dem alten Betonpflaster.

Statt öden Betonpflasters lieber eine lebendige Pausenlandschaft. Auch wenn nicht viel Platz ist, lässt sich Natur einbringen. Der kleinere der beiden Burgberge mit Trockenmauern aus Kalkstein und einer blühenden Magerwiese. In Wassertrüdingen gibt es wunderschöne Wildblumenwiesen und Wildblumensäume.