Zug um Zug naturnah

Die Artenschutzflächen waren in einem schlechten Zustand. Verbuscht, vergrast, dazu invasive Neophyten wie Goldruten.
Es wurden für die Arten die benötigten pionierhaften Zustände wieder hergestellt mit Plätzen für Eibalage, Verstecke und Winterquartier. Dazu wurden Teile des Geländes temporär mit heimischen Magerrasen besät.
Fünf Monate nach der Ansaat von Magerwiesen zeigen sich zahlreiche Wildblumen der Einsaaten zwischen den Versteck- und Eiablagearealen. Fürs erste eine entscheidenede Lebensraumverbesserung.
Neben gesäten Arten wie Färberkamille und Wilder Möhre prägt Spontanwuchs das Bild. Da diese Flächen nicht gemäht bzw. gepflegt werden, werden Goldrute, Hartriegel und Co gewiß Ãœberhand nehmen. Doch wenigstens die erste Jahre sind blüten-, arten- und futterreicher als der pure Wildwuchs es gewesen wäre.
Dafür, dass hier niemand eingreift, mäht oder pflegt, sieht das 2. Jahr ziemlich gut aus. Die geschaffenen Biotopstrukturen (Sandflächen zum Sonnen und Eiablage, Holz- und Steinhaufen als Versteck und Winterquartier) sind eingewachsen und blütenbunt. Es summt und brummt unaufhörlich, aber nicht wegen der vorbeirauschenden S-Bahn, sondern wegen Hummeln, Bienen und Co.
Auch der Blick nach der anderen Seite zeigt Blütenmeere. Wilde Esparsette, Färberkamille, Natternkopf und Gelber Steinklee nur zum Beispiel.
Schließen wir unsere kleine Bilderreise mit einem Detailblick ab, der (Wild)Bienenfreunden ans Herz gehen dürfte: Karthäusernelke inmitten von Gelber Resede.

Planung

Dr. Reinhard Witt, Ottenhofen

 

Baujahr: 2012/3
250 m² magere Wildblumenwiesen
diverse Ãœberlebenstrukturen für Zauneidechsen und Schlingnattern

Bahnlinien und Bahnhöfe sind in einer intensiv genutzten Landschaft oft (H)Orte der Artenvielfalt. Bei diesem Projekt der Deutschen Bundesbahn wurden als Ausgleichsmaßnahme für Umbauten am Bahnhof Herrsching diverse Flächen renaturiert. Von diesem Beispiel sind keine dauerhaft schönen Zustände zu erwarten, da die Flächen nicht gepflegt werden sollen, also auf dem Weg in die Verwilderung sind. Dennoch können mit Wildblumenansaaten für die ersten Jahre über Blüteninsekten Optimierungen des Futterangebotes für die Reptilien vorgenommen werden.