Wie soll man sich diese Landschaft im Norden Nürnbergs vorstellen? Vielleicht so: Ab und zu Grasstreifen, brauner Intensivacker und gläsernes Beiwerk.
Vorher dominierten hier eintönige Schurrasen, nun beginnt nach der Bearbeitung mit der Burrimethode neues Leben zu keimen.
Man darf im Ansaatjahr 2013 bei der Burrimethode keine große Blumenvielfalt erwarten. Dennoch: Es beginnen sich Blütenreichtum und Artenvielfalt abzuzeichnen. Doch jetzt folgt der dringend notwendige Schröpfschnitt.

Pilotprojekt für die Gemüseregion

Planung

Dr. Reinhard Witt, Ottenhofen

 

Baujahr: 2013
770 m² nährstoffreiche Wildblumensäume
750 m² magere Wildblumenwiesen
1140 m² nährstoffreichere Wildblumenwiesen

Baujahr: 2014
980 m² nährstoffreichere Obstwiese mit Wildblumen
1485 m² magere Wildblumenwiesen
2717 m² magere Wildblumensäume
Kosten: € 1/m²

 

Profi-Gemüsebauer Peter Höfler aus Nürnberg-Schnepfenreuth (Slogan: Frische schmecken) sorgt sich um die Vielfalt in der Kultur-Landschaft. Das  Knoblauchsland, eine Anbauregion für Intensivgemüse im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen, braucht Schmetterlinge, Bienen und Vögel. Deshalb dieses Pilotprojekt: Wildblumenansaaten auf Abstandsflächen rund um seine Gewächshäuser. Das soll bald für die ganze Gemüsebauregion zum Vorbild werden. Beifall gibt es schon mal vorab: Schmetterlinge und Vögel haben mit den Flügeln geklatscht, als sie die 2660 m² sahen, die im Jahr 2013 angelegt wurden. 2014 ging es mit einem neuen Gewächshaus gleich weiter: Noch einmal 5182 m² kamen dazu. Und ein weiterer Neubau wird ab 2015 gleichfalls blumig und bunt und wild.

 

Bläulinge, Feldlerchen und Kiebitze

Im Jahr Zwei zeigt sich der Lohn der Arbeit bzw. der Blumenflor. Nicht mehr grasgrün ist es rund ums Gewächshaus, sondern blumenbunt.
Hoch über dieser Saumeinsaat jubilierte eine Feldlerche. Ja, sie kann ihr Nest hier drinnen haben. Ja, sie kann hier Insektennahrung suchen. Auch der Kiebitz nebendran.
Der Saum als Bereicherung in der Landschaft. Wie eine Oase liegen die 2660 m² von Höflers Wildblumen in der Flur.
Wilde Esparsette, Nachtviole, Färberwaid, Margerite feiern Auferstehung an Orten, wo sie früher überall waren.
Und, siehe da, der erste Bläuling fühlt sich inmitten einer Ansaat wie Zuhause. Willkommen Bruder!
Ein Jahr später sind aus der Ansaaten von 2013 artenreiche Fettwiesen geworden. Viele Tausend Quadratmeter groß.
Obsthochstämme inmitten einer 2014 angesäten Fettwiese.
Wer in dieser Natternkopfflur Rote-Liste-Arten vermutet hat recht: Hier lebt die Natternkopf-Mauerbiene. Gut, dass wir Natternkopf 2014 ausgesät haben. So konnte sich die Natternkopf-Mauerbiene ansiedeln.
Auch die andere Neueinsaat von 2014 sieht blendend aus.
Peter Höfler fördert enorm die Artenvielfalt im Knoblauchsland, wir brauchen mehr solcher innovativen Vordenker.

Ja, wir wollen es wissen, wieder einmal, fahren extra hin. Und sind hocherfreut und immer wieder überrascht: Wildblumen sind eine Reise wert. Gucken Sie doch mal vorbei. Auch erste Tiere gibt es. Jubilierende Feldlerche und Kiebitze bekommen neue Lebensräume. Wo sollen sie Futter finden, wenn nicht in Höflers Blumenwiesen und Saumeinsaaten? Und wohin, bitteschön, soll sonst ein Bläuling fliegen außer in dieser Blumenpracht?

Und dann auch noch das! Peter Höfler gefällt das blumige Ambiente sehr. Also bekommt der Gewächshausneubau 2014 ebenfalls eine blumige Umrandung.