Artenschutz im Werksgelände

Bergmanngarten vorher. Außer den zwei 100jährigen imposanten Mammutbäumen hauptsächlich grasgrün. Pardon: Grasbraun, denn die Hitzewellen des Klimawandels schlagen im Südwesten noch gnadenloser zu als anderswo. Man könnte auf den Gedanken kommen, hier läge eine Fehlplanung vor.
Die falschen Pflanzen? Das können wir leicht ändern! Man braucht gerade 5480 Wildstauden und höchstens 17100 Zwiebeln dazu, um aus dem braunen einen bunten klimaangepassten Standort zu zaubern.
Es ist ein leichtes, sie zu pflanzen. Dafür braucht man allenfalls ein paar Tage bzw. ein halbes Dutzend Unentwegte.
Hier entsteht der Brutort für die Natternkopf-Mauerbiene. Weil sie gerade nichts zu delegieren fanden, halfen die zwei Chefs von Naturart selber mit.
Der technisch korrekte Stabgitterzaun bekam ebenfalls eine Verschönerungskur verschrieben: eine bunte wärmeliebende Wildsträucherhecke plus Ansaat eines artenreichen Wildblumensaumes.
Und da wir auch die Schattenstanorte nicht vergessen haben ordentlich ökologisch aufzuwerten, fleißigst alles Mögliche dazwischen gesät haben und sogar angewässert wird, dürfen wir einer bunten Zukunft ins Auge sehen. Möge es wachsen und werden.

Projektkoordination

Ralf Gensicke, Umweltschutz Mercedes-Benz, Gaggenau

Planung

Kerstin Gruber, Neustadt/Aisch

Dr. Reinhard Witt, Ottenhofen

Ausführung

Naturart, Markgröningen

Baujahr: 2015
Fläche: 1900 m²
    620 m² Waldstauden 
    180 m² Frühlingsblüherrasen
    150 m² Blumen-Schotter-Rasen
    550 m² nährstoffreiche Wildblumenwiese
    320 m² Wildblumenhecke
    80 m² Sandfläche

   5480 Wildstauden
   60 Wildgehölze
   17100 Wildblumenzwiebeln

 

Nach den erfolgreichen Projekten in Rastatt ab 2012 kam hier das Herzstück von Daimler an die Reihe, und da auch noch gleich der älteste und renommierteste Teil der Grünanlagen, der Bergmanngarten. Bislang  eine artenarme Rasenfläche mit, die Besonderheit, zwei an die 100 Jahre alten Mammutbäumen. Die Baumriesen verboten große technische Eingriffe, deshalb eine sanfte Umwandlung Richtung Natur durch hauptsächlich Zupflanzung von Wildgehölzen, Stauden, Zwiebeln und gezielte Ansaaten -  ein Gemeinschaftsprojekt von drei Fachbetrieben für naturnahes Grün - Empfohlen von Bioland. Kerstin Gruber und Reinhard Witt als Planer sowie die ausführende Firma Naturart arbeiten hier Hand in Hand zusammen. Die Koordinierung übernahm der Umweltschutzmitarbeiter von Mercedes-Benz Werk Gaggenau, Ralf Gensicke. Auch der Naturschutzbund Baden-Württemberg brachte sich mit Martin Klatt aktiv ein. Auch hier eine am Artenschutz orientiere Detailplanung. Teile der Anlage sind für die Natternkopf-Mauerbiene konzipiert,  eine gefährdete Tierart des 111-Artenkorbes der Baden-Württembergischen Landesregierung. Viele weitere Arten dürften auf den Flächen ein Zuhause finden, darunter einige gefährdete Rote-Liste-Arten.