Skywalk Marquartstein

Skywalk, Windeckstr. 4, 83250 Marquartstein Tel: 08641 694811. info(at)skywalk.org  www.skywalk.org

  • Baujahr 2013
  • Grösse 1917 m² von 3547 m², also 54 % der Gesamtfläche sind naturnah
  • Planung und Bauleitung Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
  • Projektleitung Tom Allertseder, Carolin Fischer (alle Marquartstein), Paul Stephl (Übersee), Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen) 
  • Projektmitarbeit Naturgarten-Profi-Kurse II, III und IV mit Franziska Bauer-Masur (Lengries), Miriam Distler (Wolnzach), Kirsten Dittrich (A-Feldkirch), Lukas Pfleger (A-Nüziders), Mandy Junghans (Bergisch-Gladbach), Carmen Lefeber (Ismaning), Mal Moyniham (Hausham), Herbert Pointl (A-Puchkirchen), Klaus Sawetzki (Wuppertal), Miriam Schilz (L-Bissen), Martin Schröferl (Seeshaupt), Ingrid Völker (Murnau)
  • Pflanzenplanung Dr. Reinhard Witt (Ottenhofen)
  • Besonderheit alles Regenwasser wird oberflächig in Gräben, Gumpen und Teichen versickert bzw. gehalten, naturnahe Pflanzstreifen bei Parkplätzen, viel stehendes und liegendes Totholz, artenreiche Bepflanzungen und Einsaaten
  • gepflanzte Wildstaudenarten 163
  • gesäte Wildstaudenarten 79
  • Blumenzwiebelarten 50
  • Sträucher und Baumarten 34
  • Naturnahe Gartenrosen 9
  • Kosten ca. € 28/m²

Direkt am Alpenwildfluss der Tiroler Ache gelegen, entstand auf 3547 m² Fläche ein Gewerbeneubau einer dynamischen jungen Branche. Die Idee, alles Wasser vom 1000 m² großen Gebäude vor Ort oberflächig zu versickern und mit den so enstehenden Gräben, Mulden und Teichen ein Stück ursprüngliche Wildflussdynamik nachzugestalten, findet bei den Geschäftsführern Thomas Allertseder und Manfred Kistler Wiederhall. 630 m² Zufahrten wurden wegen täglichen LKW-Transporte und harten Schneewintern asphaltiert, so dass noch 1917 m² Außenfläche unversiegelt bleiben. Das macht 54 % des Geländes, deutscher Rekord! So  entsteht eine dynamische Trocken-Wasserlandschaft, die im schlechtesten Fall alles Regenwasser aufnehmen muss von 1000 m² Dach- und den rund 1000 m² Parkflächen. Das funktioniert so gut, dass sogar das Jahrtausendhochwasser Anfang Juni 2013 nichts zum Überlaufen findet. Damit die naturverbundenen Mitarbeiter sowie Gäste ihre Natur nicht aus dem Auge verlieren, wurden Wildblumenbeete mit Trockenmauern auf der Eingangsseite gebaut. Außerdem entstand ein Pausen- und Feuerplatz mit Naturteich, der sich jetzt schon zum Freizeittreff entwickelt hat. Diese nachgemachte Flussauenlandschaft ist mit entsprechenden Wildblumen und Wildgehölzen bestückt, für eine zusätzliche Dynamik in der Vegetation sorgen Ansaaten mit über 60 Einzelstauden. Fazit: Eine außergewöhnliche und bundesweit vorbildliche artenreiche Bepflanzung mit Wildpflanzen, die uns noch schöne Bilder und Erlebnisse bieten wird. Fahren Sie mal gucken, das Gelände ist offen zugänglich. 

Visionär in die Zukunft

Starten wir in die Zukunft mit dem jungen visionären Team von Skywalk, die morgens ab und zu mal zur Arbeit einfliegen. Hier ein Massenstart mit 25 Gleitschirmen Marke Skywalk. Starten wir in die Zukunft mit Gewerbebauten inmitten heimischer Natur. Mit

Die Bauzeit

Der Neubau benötigt 1000 m² Fläche der insgesamt 3547 m².
Die größte Chance des Geländes sind die alten, artenreichen Wiesendämme der Tiroler Ache, die direkt neben dem Talgrundstück fließt. Ihr Arteninventar ist Vorbild für die Pflanzenplanung.
Die ins Gelände übertragene Planung klärt auf. Wieviel Platz braucht so ein Auto? Denn gerade das, Platz für parkende Autos, ist knapp. Wenn man nicht nur Autos, sondern auch Schattenbäume und Wildblumen drumherum haben möchte.
Die Wiesenböden rund ums Baugelände sind stark mit Wurzelunkräutern aller Art verseucht. Deshalb muss der Oberboden nicht nur auf dem zukünftigen Parkplatz weg.
Typisch für Gewerbegrün sind montotone Rasenansaaten, größtmögliche Versiegelung. Dann grundsätzlich: Wasser weg vom Gelände und bitteschön keine Blumen! Das alles wollen die Geschäftsführer von Skywalk nicht. Gar und überhaupt nicht!
Auf der Südseite haben wir nur 7 m breit Platz. Hierher kommen Wassergräben, Gumpen, Teiche. Und unzählige Wildblumen.
Gegen kahle Kiesflächen helfen nur gute Planung und viele Pflanzen. Insgesamt 1900 Wildstauden und 200 Gehölze beleben die Fläche. Profi-Praktikanten haben mit dem Sortieren alle Hände voll zu tun.
Zauber, Zauber, schon fertig. Die 7 m breite Südseite mit Wassergräben, Gumpen, Totholzstämmen und jeder Menge Wildpflanzen und Wildblumeneinzeleinsaaten.
Wir lassen es regnen, auch zaubern will gelernt sein, um den Wassereinlauf zu kontrollieren. Sitzt alles, kann das Wasser dynamisch arbeiten? Wildflußdynamik beginne!!!
Wassergräben und temporäre Teiche liegen auf allen vier Grundstücksseiten, ein dynamischer Verbund von Wasser. Künstlich natürliche Wasserlandschaft. Hier der Blick zum Pausen- und Feuerplatz mit angeschlossenem Naturteich.
Vom Teich fließt das Wasser um die Ecke in die nordseitigen Gräben.
Auch das Jahrhunderthochwasser Anfang Juni 2013 füllte gottseidank nicht mehr als die Wassergräben. Wenn der Damm mit der um 7 m gestiegenen Tiroler Ache (im Hintergrund) gerissen wäre, hätten wir ein unschönes Bild erhalten. Das ging noch einmal gut: Um weniger Zentimeter!
Die Südseite wurde noch weiter überflutet. Upps! So war das mit dem Rückhaltevolumen der Becken und Gräben nicht gemeint!

Blütenstart im 1. Jahr

Zwei Monate nach Fertigstellung beginnt der Blütenreigen. Es sind die speziell zu diesem Zweck ausgesuchten schnellen Einjährigen und Pionierstauden, die Bilder machen. Alle freuen sich über Ringelblumen an der Einfahrt...
...oder Färberkamillen am Parkplatzrand.
Auch die begleitende Pflege ist nötig. Hier werden spontan aufgekommene Melden abgeschnitten, bevor sie Tausende Samen streuen können.

Wildblumen und seltene Tiere im 2. Jahr

Starten wir doch gleich mal mit einer kleinen, grünen Sensation. Ein Laubfrosch inmitten der Blumen vom Wassergraben. Gewerbeflächen als Hort paradiesischer Artenvielfalt. Einer der Firmenchefs freut sich über den Mitbewohner.
Ich wette, dass es nicht viele Firmengelände europaweit gibt, wo diese Rote-Liste-Art leben darf. Wer hält dagegen?
Und auch sonst sieht es nicht schlecht aus. Wassergräben als bunte Blumenfluren. Ja, das geht!
Jeder nutzt das naturnahe Außengelände auf seine Weise. Mitarbeiter grillen in der Mittagspause am Naturteichsitzplatz.
Vielleicht noch zwei Bilder von der Schönheit des Lebens. Holz mit Blumen.
Oder Stein mit Holz und Kies an Wassergräben, knockentrockenen Wassergräben. Und wieder neue Blumen, denn daran ist kein Mangel.

Blütenexplosion im 3. Jahr

Das beginnt ja gut. Die Beete auf der Nordseite in vollem Frühjahrsbunt
Waldvergißmeinnicht, Kuckuckslichtnelke und Zypressenwolfsmilch verschönern den Arbeitsbeginn.
Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal solche Schattenpflanzungen gesehen mit so einer Zwergglockenblume in der Mauer?
Die Wasser- und Versickerungsgräben funktionieren prächtig. Und so sehen sie auch aus.
Einen Monat später sind wir schon bei der Einfahrt ins Gelände überwältigt. So viel Wildblumen....
... so vollkommen, soooo schön.
Und dies auf jeder Seite des Betriebsgeländes.
Natternkopf setzt sich in Szene für die Rote-Liste-Art Natternkopf-Mauerbiene, die auf ihn fliegt.
So eine Sickernulde kann unter Wasser stehen und darf trotzdem so, genauso, blühen.
Nachtkerze neben Baldrian. Merken Sie sich diese Kombination mal, trocken neben feucht, wir stehen auf dem Grund der Versickerungsmulden. Das ist nichts fürs Lehrbuch. Es ist Wirklichkeit.
Und da ich gerade beim Tippgeben bin: So kann eine Feuerwehrzufahrt aussehen. Eine blütenstarke Magerwiese.
Doch ich fürchte, ich muss weiter, leider. Sie kommen vielleicht mal vorbei. Alles ist öffentlich begehbar. Und vielleicht fällt es Ihnen dann ebenso schwer wie mir, zu fahren. Bei solchen Bildern!