Das älteste Gewerbe der Welt: Natur

Ein Wildblumemeer, die Magerwiesen des Gewerbebaus im 5. Jahr nach Neuanlage. Augenblick zum Innehalten. Zum Staunen. Zum Erleben.

Projektkoordination

Norbert Wenninger

Geschäftsführer

Planung und Projektleitung

Dr. Reinhard Witt

Adresse

 

Wenninger und Kugler

Tratmoos 14

85467 Niederneuching

Baujahr 1997
Grösse 727 m²
48 % Fläche naturnah
Stauden: 300
Wildgehölze: 76
Ansaaten: 594 m²
Kosten: € 8/m²

Natur und Wirtschaft. Eine der ältesten naturnahen Begrünungen Deutschlands. Wer nichtsahnend durchs Gewerbegebiet Tratmoos fährt, wundert sich bestimmt rechterhand über die Hausnummer 14. Das Büro- und Lagergebäude der Firma Wenninger & Kugler sieht so ganz anders aus als die übrigen Liegenschaften. Etwas wilder, unorthodoxer, blumiger vor allem. Wir entdecken keine öden Grünflächen und das normale Abstandsgrün in Form exotischer Büsche, sondern Natur: Natur rund ums Haus. Das fängt an mit Stauden- und Rosenbeeten an Straße und auch vor dem Büroeingang. Eine Herbstfeuer-Weinrose verwöhnt den Blick mit tiefroten Blüten oder - im Herbst - riesigen Früchten. Daneben die Wildform der bayerische Zimtrose, kaum bekannt und noch weniger gepflanzt. Schön ist sie trotzdem. Und wertvoll! Der Blick fällt als nächstes auf einen wasserdurchlässigen Pflasterbelag für die Parkplätze, aus dessen Fugen sichtlich Kräuter emporwachsen. Der Schritt aufs Pflaster wirbelt eine Thymianduftwolke  hoch. Vor allem prägen Blumenwiesen das Bild, schöne und schönste Magerwiesen, die nur einmal jährlich zu mähen sind, aber unzähligen Tieren und Pflanzen ein neues Zuhause geben. Hinterm Haus eine hohe und dichte Wildfruchthecke aus heimischen Arten. Und sogar Zufahrt und Stellplätze auf der Rückseite zeigen sich naturnah: Unversiegelte Schotterbeläge, an deren Rand Blumen im Winde wiegen. Nein, es ist gar nicht der Wind, es sind Schmetterlinge, die an Karthäusernelken tanken fliegen und sie dabei schwanken lassen. So schön kann ein Gewerbe sein. Das älteste Gewerbe der Welt: Natur. 

 

 

Vom 10. bis zum 16. Jahr

Naturnahe Begrünungen sind langlebig. Nachhaltig. Und wunderschön. Und, wie Firmenchef Norbert Wenninger sagt, "extrem pflegeleicht". Der Staudenwuchs bleibt über den Winter stehen und wird einmal im Frühjahr abgeschnitten und entfernt. Fertig! Das alles spart richtig Geld. Kleiner Nebeneffekt: Langfristig schön sind sie auch noch, naturnahe Gewerbegrünungen. Falls Sie dem nicht glauben, bitte weggucken.

So sah der Haupteingang im 10. Jahr aus. Pfirsichglockenblumen wetteifern mit Gelbem Fingerhut um Aufsehen, eine Herbstfeuerrose krönt das Ganze.
Im 15. Jahr sieht der Eingang so aus. Zimtrose und Rote Bibernellrose laden blühend Besucher ein.
Ja, natürlich, vergessen, Sie wollen noch die Herbstfeuer-Weinrose sehen.
Man sieht, dass das Betriebsgelände als Pausenplatz genutzt wird, sogar ein Grill kommt zum Einsatz.
Das Gelände ist fester Betandteil der Exkursionen des Lehrgangs zum Naturgarten-Profi (www.naturgarten-fachbetriebe.de). Hier staunt der 1. Kurs 2010 über die wunderbare Magerwiese.
Und hier der zweite Kurs über den nordseitigen (!) Magerwiesenbewuchs.
Das Bild als Einladung für Sie: Wann gestalten Sie Ihr Außengelände naturnah um? So schön kann es im 15. Jahr blühen: Karthäusernelke vor, an und mit Apothekerrose.